Recht: Gemischte Warenkörbe mit 7% und 19% Artikeln und die Ausweisung der Versandkosten

Gepostet am November 29, 2012

Dies ist immer wieder ein Thema bei der Shop-Erstellung, doch wie muss die MwSt. ausgewiesen werden, wenn der Kunde einen gemischten Warenkorb hat?

In Deutschland gibt es für fast alles Gesetze und somit auch für das Ausweisen von Versandkosten.

Grundsätzlich gilt: Die Nebenleistung (der Versand des Artikels) teilt das Schicksal der Hauptleistung (dem Warenverkauf).

Das Gesetz „R 185 UStR 2008 Pflichtangaben in der Rechnung“ (siehe Richtlinie 185 UStR 2008 hier in der aktuellen Fassung) sagt in Absatz 22:
„Die Regelung des § 32 UStDV für Rechnungen über Umsätze, die verschiedenen Steuersätzen unterliegen, gilt entsprechend, wenn in einer Rechnung neben steuerpflichtigen Umsätzen auch nicht steuerbare oder steuerfreie Umsätze aufgeführt werden. Soweit Kosten für Nebenleistungen, z.B. für Beförderung, Verpackung, Versicherung, besonders berechnet werden, sind sie den unterschiedlich besteuerten Hauptleistungen entsprechend zuzuordnen. Die Aufteilung ist nach geeigneten Merkmalen, z.B. nach dem Verhältnis der Werte oder Gewichte, vorzunehmen.“

Es ist also nach o.g. Gesetz Pflicht, die Versandkosten (Nebenleistung) anteilig zu versteuern.

Paxis in Bezug auf Onlineshops

Meist können in Onlineshops Steuersätze für Versandkosten auf 7% oder 19% festgelegt werden, nach dem Gesetz ist dies aber fehlerhaft. Für einen Onlineshop würde das heißen, die gesamte Steuerberechnung müsste umgeschrieben werden. Leider ist dies in der Praxis sehr schwierig umzusetzen. Die Steuern müssten also Prozentual am Steuersatz der Waren berechnet werden. So könnte es sein, das die Versandkosten als Beispiel mit 12,25% versteuert werden. Als alternative erstelle ich immer eine Extension, welche den MwSt-Satz auf die 7% oder 19% setzt, in Abhängigkeit zum Nettobetrag der Artikel im Warenkorb. Also wird der Nettobetrag der 7% Artikel mit dem Nettobetrag der 19% Artikel verglichen und der Mehrwertsteuersatz des Versands demnach angepasst. Dieses vorgehen ist zwar nicht 100% korrekt, hat aber bisher keine Problem verursacht.

Tags:

Eine Antwort bis “Recht: Gemischte Warenkörbe mit 7% und 19% Artikeln und die Ausweisung der Versandkosten”

  1. Darokthar
    Dez 03, 2012
    Reply

    Ich habe gerade genau das Problem, dass genau diese Regel Probleme verursacht. Ich habe einen Kunden mit einem online Shop (Auf Magento Basis). Die Buchhaltung des Kunden läuft komplett über das Magento-Backend, also auch offline Bestellungen werden dort von dem Kunden eingepflegt, bzw. können diverse Kundengruppen über den Shop bestellen.

    Das Problem ist, dass der Kunde auch gleichzeitig an Printkataloge seine Waren anbietet. Und die Buchhaltung einer dieser Kataloge verlangt die MwSt. so ausgewiesen zu bekommen, wie es eigentlich sein soll, also zwischen 7-19% für gemischte Warenkörbe.

    Es kann also jederzeit zu einem beliebig großen Problem werden. Das gut deutsche Steuerrecht ist einfach viel zu kompliziert mit seinen ganzen Außnahmen und Sonderregeln. Wie viel Arbeitszeit alleine dafür verschwendet wird die ganzen Außnahmen des deutschen Steuerrechts in Algorithmen zu pressen…



Leave a Reply

 

Posts of Current Category



Facebook: